
Um WATSU kennen zu lernen, muss man es erfahren, wenn nicht wirklich direkt im Wasser, dann wenigstens in der Vorstellung. Dies ist möglich, weil Elemente von WATSU in der Erfahrung eines jeden Menschen Entsprechungen haben.
Beginne damit, wie du dich entspannst, wenn du dich in warmes Wasser legst. Füge das Gefühl hinzu, gedehnt zu werden. Stell dir vor, wie du in einem Element, das jeden Druck von den Gelenken nimmt und Wärme in jeden Muskel strahlt, jede Dehnung in deinem ganzen Körper fühlst.
Jetzt addiere zu dem Vergnügen, im Wasser zu schweben und gedehnt zu werden hinzu, was du bei bester Körperarbeit fühlst, wenn die Spannung in deinem Nacken gefühlvoll aufgelöst wird, wenn deine Schulter rotiert und befreit wird, wenn genau der richtige Punkt gehalten wird. Stell dir vor, wie dies noch dadurch vervielfacht wird, dass dein Körper, statt schwer auf dem Boden oder einem Massagetisch zu liegen, sich ganz frei bewegen kann.
Addiere hierzu deine befriedigendste Erinnerung daran, wie dich jemand gehalten und unterstützt hat, einfach mit dir war, ohne zu versuchen, etwas mit dir zu tun; wie ein anderer Mensch dich so leicht gehalten hat, dass du deine eigene Leichtigkeit spüren konntest.
Nun nimm dies alles zusammen, und gib noch etwas dazu - das Fließen von WATSU. WATSU verbindet Bewegung und Stille. Es hat einen Beginn und ein Ende. Und doch ist es endlos. Die Lektion, die es lehren kann, nämlich alles, was hochkommt, in den Fluss hinein loszulassen, kannst du mit in dein Alltagsleben nehmen. Das beim WATSU entstehende Gefühl einer andauernden Verbindung, auch wenn du gar nicht mehr gehalten wirst, kann dich wieder mit dem Teil von dir verbinden, der mit Allem eins ist.
Jetzt, wo du weißt, was es heißt, WATSU zu empfangen, ist der nächste Schritt, zu wissen wie es ist, es zu geben. Auch dies kannst du in deiner Phantasie kennenlernen:
Hast du jemals ein schlafendes Kind in deinen Armen gehalten? Hast du mal mit jemandem getanzt und dabei gespürt, wie dieselbe Musik euer beider Körper bewegt? Stell dir vor, einen Menschen im Wasser auf einer Höhe mit deinem Herz-Zentrum schweben und treiben zu lassen, dich dabei mit jedem Ausatmen dem Wasser anzuvertrauen.
Wie du auch einsinkst, das Wasser hebt dich beim Einatmen wieder nach oben. Stell dir vor, dass du einen fließenden Bewegungsablauf in deinem Körper so genau kennst, dass du frei bist, den Bewegungswellen zu folgen, die in jedem Moment neu und spontan entstehen und euer beider Körper befreien. Stell dir vor, ans Ende einer WATSU-Session zu kommen, deine Hände wegzunehmen - und dich immer noch verbunden zu fühlen.
Wenn du einmal erfahren hast, was es heißt, WATSU zu geben, dann wirst du es immer wieder machen wollen, um jedes Mal wieder zu entdecken, dass du mit der Person in deinen Armen immer noch eins bist - wie unterschiedlich all deine Partner auch sein mögen. Stell dir vor, wie dich diese Erfahrung befreien könnte.
Stell dir eine Welt vor, in der jeder jedem WATSU gäbe.
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